Denise de Monte
 

Warum Ergotherapie beim Pferd?

In der Humanmedizin ist die Ergotherapie seit vielen Jahren Teil des therapeutische Spektrums, in der Tiermedizin leider noch nicht.
Doch warum sollten auch Pferde in den Genuss einer ergotherapeutischen Behandlung kommen, was bewirkt die Ergotherapie überhaupt?

Bei dieser Therapieform wird die Sinneswahrnehmungen und die Reizweiterleitung der Pferde geschult und verbessert.
Dadurch bekommen sie ein besseres Körpergefühl, Impulse werden schneller und gezielter weitergeleitet und ermöglichen es dem Pferd
auf bestimmte Situationen schneller und präziser zu reagieren.

Pferde welche beim Reiten kaum oder erst mit hohem Druck auf Hilfegebungen reagieren haben z.B. oft eine gehemmte Impulsweiterleitung des sensorischen Nervensystems
und sind dadurch abgestumpft. Bei Pferden welche koordinative Schwierigkeiten aufzeigen, also Probleme mit verschiedenen Bewegungsabläufen haben, ist oftmals das motorische Nervensystem im Ungleichgewicht.

Doch auch für den Menschen vermeindlich normales Verhalten ist zum Teil ein Indikator für eine nicht einwandfreie Wahrnehmungsverarbeitung des Pferdes.
Häufige kleinere, oberflächliche Verletzungen der Haut,
das Bedrängen von Menschen durch das Pferd
oder die Angst vor dem Durchlaufen von Lamellenvorhängen sind nur ein minimaler Auszug aus der langen Liste der Indikationen.

Mit gezielten ergotherapeutischen Übungen und Behandlungsmethoden wird das Nervensystem und die 3 Basissinne sensibilisiert, trainiert und ins Gleichgewicht gebracht.


 


Auf diesem Bild ist meine 7 jährige Conemaramixstute zu sehen welche durch einen Unfall im Jungpferdealter unter chronischen Schmerzen leidet. Durch ergotherapeutische Einheiten kombiniert mit osteopathischen Behandlungen habe ich eine deutliche Verbesserung ihrer Körperwahrnehmung erzielt und durch den chronischen Schmerz erzeugte Verhaltensauffälligkeiten treten nur                                                                                                    noch selten auf.